Ingenieurbüro für Arbeits- und Gesundheitsschutz

Personen im Arbeits- und Gesundheitsschutz

Um die Arbeitgeberpflichten, für die Durchführung des Gesundheitsschutzes, erfüllen zu können, benötigt der Unternehmer die Unterstützung von mindestens einer Sicherheitsfachkraft (Fachkraft für Arbeitssicherheit),einem oder mehreren Sicherheitsbeauftragten und Betriebsärzten.

Sicherheitsbeauftragte und Sicherheitsfachkräfte dürfen wegen der Erfüllung ihrer Aufgaben nicht benachteiligt werden. Dabei sind sie in der Ausführung ihrer Fachkunde und anderen sicherheitstechnischen Tätigkeiten weisungsfrei. Sicherheitsbeauftragte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit arbeiten eng zusammen. Die Bestellung resultiert aus dem Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG).

Prävention als Leitgedanke

Die Themen oder Gefährdungen im Bereich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sind vielfältig. Zum einen legen die Akteure auf die Vermeidung von Unfällen wert, zum anderen stehen Berufskrankheiten und weitere arbeitsbedingte Erkrankungen im Fokus.

Sicherheitsfachkraft im Team

Bis auf wenige Ausnahmen ist die Bestellung der genannten Akteure rechtlich verpflichtend (§1 „Grundsatz“ ASiG, §22 SGB VII). Formal begründet sich die Bestellung auf der Grundlage von Gesetzen. Wegen der Vielfalt an Pflichten und des großen Ausmaßes der Arbeitgeberverantwortung, ist es für die Unternehmen auch ohne Rechtsgrundlage von Vorteil, sich im Arbeits- und Gesundheitsschutz breiter aufzustellen. Um die Anforderungen des Arbeitssicherheitsgesetzes und der DGUV Vorschrift 2 umsetzen zu können, sind die verschiedenen Akteure im Arbeits- und Gesundheitsschutz eine wichtige Säule. Sicherheitsfachkräfte, Sicherheitsbeauftragte und Betriebsärzte sorgen durch deren Beratung für eine qualitativ hochwertige Umsetzung von Sicherheitsstandards. Damit werden wichtige Impulse für die Umsetzung der Anforderungen der Berufsgenossenschaften gesetzt.

Unternehmensberatung durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit

Die Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sicherheitsfachkraft) kann als Sicherheitsingenieur, Sicherheitsmeister oder Sicherheitstechniker bezeichnet werden (je nach Vorqualifikation) und beraten den Arbeitgeber in allen Fragen der Arbeitssicherheit. Sie sind in aller Regel als Stabsstelle direkt an die Führungsebene angegliedert und werden in allen Arbeitsbereichen des Unternehmens tätig.

Sicherheitsfachkräfte sind nicht weisungsbefugt und daher nicht verantwortlich für die Umsetzung sicherheitsrelevanter und erforderlicher Maßnahmen, sie tragen jedoch die rechtliche Verantwortung für die Qualität ihrer Beratung. Allerdings dürfen Sie den Unternehmer regelmäßig an die Umsetzung und dabei deutlich auf die Inhalte der DGUV Vorschrift 2 erinnern. Durch das starke Interesse an der Mitarbeitergesundheit müssen sie dies sogar tun. Im ASiG heißt es, dass die Fachkräfte für Arbeitssicherheit „darauf hinwirken“ sollen, dass …

Arbeitssicherheit – ein Resultat von Sensibilität

Neben der sturen Einhaltung der Arbeitsschutzgesetze ist die Sensibilisierung auf Sinn und Nutzen der Gleichen eine wichtige Anforderung an die Fachkräfte. Denn nur wer versteht worum es geht und davon überzeugt ist, wird im Sinne des Gesundheitsschutzes handeln. Der Appell an den gesunden Menschenverstand ist genauso notwendig, wie das Verständnis für Bedenken der Führungskräfte. Wer denkt, dass die Sicherheitsfachkräfte keinen Blick auf Kosten haben, der irrt.

Die Beachtung von Einsparpotential, seitens der Sifa ist wichtig (sofern sinnvoll), denn:

  • es entsteht Vertrauen zwischen Unternehmer und Fachkraft
  • es können mehr Maßnahmen finanziert werden
  • Unternehmer sehen Sicherheitsfachkräfte als Partner, statt als Gegner (auch liebevoll Klugscheißer genannt)
  • das Bestehen des Unternehmens rückt genauso in den Focus wie die Mitarbeitergesundheit
  • es wird unterstrichen, dass Arbeitssicherheit nicht dem Ziel folgt, Kosten in die Höhe zu treiben
  • beide Partner (Unternehmer und Fachkraft für Arbeitssicherheit) verstehen, dass ein gesundes Unternehmen nur durch gesunde Beschäftigte nachhaltig existieren kann.

BGM nur mit Sicherheitsfachkräften

Damit wird die Stabsstelle „Arbeitssicherheit“ zum wichtigen Unternehmensberater, ohne dabei auf Techniken der monetären Personaloptimierung zurückzugreifen. Im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements ist der Arbeitsschutz (genaugenommen ein unpassendes Wort) ein Bestandteil, der tragenden Charakter hat.

Als Nachweis dokumentieren Sicherheitsingenieure, -Meister und -Techniker ihre Tätigkeiten und Beratungsleistungen in einem Jahresbericht, welcher direkt der Geschäftsleitung zugeht.

Sicherheitsbeauftragte als Auge

Sicherheitsbeauftragte sind ehrenamtlich tätig und nehmen diese Funktion parallel zu ihren regulären Dienstgeschäften wahr. Anfallende zusätzliche Aufgaben und erforderliche Schulungen sind reguläre Arbeitszeit.

Sicherheitsbeauftragte – Wer darf?

Wie die Sicherheitsfachkräfte sind auch die Sicherheitsbeauftragten in der Regel nicht weisungsbefugt. Allerdings wird die Bestellung von Vorgesetzten mit Budgetverantwortung zu Sicherheitsbeauftragten kontrovers diskutiert. Im Unterschied zu den Fachkräften für Arbeitssicherheit übernehmen sie keine rechtliche Verantwortung für die Qualität ihrer Beratung. Sinnvoll ist es Beschäftigte zu bestellen, die in dem zuständigen Bereich ihrer täglichen Arbeitsaufgabe nachgehen. Dadurch sind sie mit den Tätigkeiten, der Arbeitsumgebung und den damit verbundenen Gefährdungen vertraut. Der Blick ist sozusagen geschärft. Es ist ebenso sinnvoll nur Personen zu benennen, die bereits längere Zeit den Arbeitsbereich kennen und noch eine Weile an diesem Platz arbeiten. Für die Erfüllung der automatischen Vorbildfunktion, ist eine gewisse Akzeptanz im kollegialen Umfeld sinnvoll.

Wie viele und warum?

Das Erfordernis von Sicherheitsbeauftragten resultiert aus §22 des SGB VII. Hiernach müssen Arbeitgeber ab einer Mitarbeiterzahl von 20 Personen Sicherheitsbeauftragte bestellen.

Für die notwendige Anzahl fordert der Gesetzgeber drei Kriterien zu berücksichtigen:

  • Räumliche
  • Zeitliche und
  • Fachliche Nähe.

Einsatz der Sicherheitsbeauftragten

Generell gilt, dass der zu betreuende Bereich im direkten Arbeitsumfeld liegen und nicht zu groß sein soll (Räumliche Nähe). Um Schichtarbeit, Urlaub usw. abzudecken ist es sinnvoll, im selben Bereich mehrere Sicherheitsbeauftragte zu haben (Zeitliche Nähe). Gleichzeitig muss der Sicherheitsbeauftragte ausreichend Erfahrung besitzen um damit in der Lage zu sein, das tätigkeitsbezogene Gefährdungspotential im Arbeitsbereich einschätzen zu können (Fachliche Nähe).

Was tun die Sicherheitsbeauftragten?

Sicherheitsbeauftragte sind engagierte Mitarbeiter eines Unternehmens. Im Unterschied zu den Sicherheitsfachkräften sind sie unmittelbar vor Ort tätig, kennen sich in ihrem Arbeitsumfeld gut aus und sind mit den Arbeitsabläufen und Arbeitsmitteln vertraut. Sie helfen ihren Kollegen, in Absprache mit den Sicherheitsfachkräften, bei der Auswahl geeigneter Schutzvorrichtungen und der richtigen persönlichen Schutzausrüstung (PSA). Sie gehen „mit wachen Augen“ durch ihren Arbeitsbereich, weisen ihre Kollegen auf mögliche Unfallrisiken oder Gesundheitsgefahren hin und veranlassen deren Beseitigung. Bei nicht einfach zu behebenden Sicherheitsmängeln informieren sie die jeweilige Führungskraft, evtl. unter Einbeziehung der Fachkraft für Arbeitssicherheit, des Betriebsarztes oder des Personal-/Betriebsrats. Gemeinsam mit den Sicherheitsfachkräften nehmen die Sicherheitsbeauftragte an Betriebsbegehungen teil und werden als Mitglieder in den Arbeitsschutzausschuss (ASA) entsandt.