Ingenieurbüro für Arbeits- und Gesundheitsschutz

Druckgasbehälter: lagern oder bereithalten?

Druckgasbehälter sind Behälter für Gase, unabhängig vom Druck, inklusive den sicherheitsrelevanten Ausrüstungsteilen. Der Umgang mit Druckgasflaschen hängt von der Frage ab: „Lagern oder Bereithalten?

Wieso ist die strikte Unterscheidung in Lagern und bereithalten wichtig?

Ob lagern oder bereithalten, es gelten verschiedene Regelwerke und damit werden unterschiedliche Anforderungen gestellt.

Bereithalten von Druckgasbehältern

Vom „Bereithalten“ spricht man, wenn ortsbewegliche Druckgasbehälter an die Entnahmeeinrichtungen als Reserve angeschlossen oder zum baldigen Anschluss aufgestellt sind. Geltende Technische Regel:

TRBS 3145 / TRGS 745 „Ortsbewegliche Druckgasbehälter – Füllen, Bereithalten, innerbetriebliche Beförderung, Entleeren“

Worin liegt nun der Unterschied zum „Lagern“?

Lagerung von Druckgasbehältern

Als „Lagern“ von Druckgasflaschen spricht man dann, wenn die Flaschen nicht in Verwendung sind, also nirgendwo zur Entnahme angeschlossen sind. Wird die Flasche innerhalb der nächsten 24 h zur Verwendung abgeholt, so wird sie zur Entnahme bereitgehalten und nicht gelagert.

Es gilt:

TRGS 510 „Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern“

Wieso die verschiedenen Anforderungen?

Die verschiedenen Anforderungen sind wichtig. Bspw. müssen brandfördernde Gase (z.B. Sauerstoff) und brennbare Gase (z.B. Acetylen) getrennt gelagert werden (mit Schutzbereich oder räumlicher Trennung), während nur beide Gase gemeinsam als Schweißgas benutzt werden (zwei Flaschen auf einem Wagen direkt nebeneinander). Letzten Endes wird über die zu treffenden Maßnahmen immer auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung entschieden.

Besonderheit: Räume unter Erdgleiche

Bei Räumen unter Erdgleiche ist es noch etwas „verrückter“, denn es dürfen laut TRGS 510 nur insgesamt 50 Druckgasflaschen dort gelagert werden, unabhängig der Größe. Beim Bereithalten, also angeschlossene Flaschen, gibt es die zahlenmäßige Einschränkung in der Form nicht. Allerdings ist es dann wiederum nicht so einfach wie es klingen mag, denn die TRGS 745 macht eine Menge weiterer Vorgaben und Einschränkungen, so dass es sich lohnt einen Blick hineinzuwerfen.

Sowohl beim Bereithalten, als auch beim Lagern müssen natürlich weitere Regeln beachtet werden. Das Gleiche gilt auch für die bauliche Ausführung der Räume. Auch hier ist der Schlüssel aller Maßnahmen in der Gefährdungsbeurteilung zu sehen. Erst auf deren Grundlage können die Beschäftigten unterwiesen werden, was genau zu tun ist und auch darüber, was nicht sein darf.