Ingenieurbüro für Arbeits- und Gesundheitsschutz

Suchterkrankungen – Prävention am Arbeitsplatz ist wichtig

Inhalt

Um über Suchtprävention am Arbeitsplatz zu sprechen, stellt sich zuerst die Frage, um was es eigentlich geht.

Was ist Sucht?

Der Begriff umfasst verschiedene Facetten der Sucht, z.B. Alkoholsucht, Drogensucht und die Abhängigkeit von Medikamenten. Dabei handelt es sich jeweils um Stoffabhängigkeiten. Aber es gibt auch seelischer Abhängigkeiten. Zu nennen sind dabei die Spielsucht, die Essstörungen (Ess- und Brechsucht, Fresssucht) und es wird auch von süchtigem Verhalten bzgl. Handy und Internet gesprochen.

Süchte als Übersicht

Alkohol und Drogenkonsum sind die ersten Gedanken zum Thema Sucht. Aber es gibt weitere Ausprägungen. Hinzukommen:

  • Tabak
  • Medikamente
  • Glücksspiel
  • Magersucht (Anorexia Nervosa)
  • Bulimia Nervosa (Ess-Brech-Sucht)
  • Fettsucht (Adipositas)

Die Schwierigkeiten durch Sucht

Die Probleme, die durch eine Sucht entstehen, liegen oft in erhöhten Unfallgefährdungen oder auch in der sozialen Isolation. Die Abhängigen bewegen sich zunehmend im sozialen Umfeld, in dem die Art der Probleme öfter vorkommt. Dadurch fällt es schwer aus dem Hamsterrad auszubrechen und in ein normales Leben zurückzufinden. In der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) geht man davon aus, dass 10% – 30% der Arbeits- und Wegeunfälle durch Alkoholeinwirkung verursacht werden.

Suchtprävention am Arbeitsplatz und Unterstützung

Im Sinne eines betrieblichen Gesundheitsmanagements ist die Suchtprophylaxe bzw. gezielte Unterstützung bzgl. der Therapie wichtig. Klare Absprachen machen es dem Arbeitgeber leichter in den Arbeitnehmer zu vertrauen. Wenn gegenseitige Vereinbarungen eingehalten werden, dann sieht der Arbeitgeber den Willen und gleichzeitig stärkt der Betroffene mit zunehmenden Therapieerfolg seinen Stand im Unternehmen. Abrutschen kann im Prinzip jeder, aber wieder aufstehen zeigt Stärke, Willen und schafft Vertrauen.

Zahlen und Fakten

Im Normalfall, also bei einer gesunden Leber, wird eine Blutalkoholkonzentration von 1,3 Promille frühestens nach 8 Stunden vollständig abgebaut sein. Das Problem ist, dass sich die Betroffenen schon vor Ablauf der 8 Stunden fitter fühlen, und dadurch der Alkoholspiegel falsch wahrgenommen wird. Weitere Zahlen:

  • 2012 starben weltweit 3,3 Mio. Menschen unter dem Einfluss von Alkohol
  • 2015 starben 74.000 Menschen in Deutschland im Zusammenhang mit Alkohol
  • 1,6 Mio. Deutsche sind alkoholabhängig
  • 2013 konsumierte jeder Deutsche 9,7 Liter reinen Alkohol

Alkoholabhängigkeit

Die Alkoholabhängigkeit ist weit verbreitet, denn alkoholische Getränke sind leicht zu beschaffen. Billig und in jedem Supermarkt. Welche Probleme durch den unkontrollierten Konsum entstehen, soll nun beschrieben werden.

Ursachen der Alkoholabhängigkeit

Die Ursachen der Alkoholabhängigkeit sind vielschichtig. Es gibt dabei nicht „die Ursache“, sondern das Resultat basiert auf ebenso vielen Gründen, wie es diverse Lebensumfelder gibt. Auf jeden Fall ist wichtig, dass eine Erkrankung kein Versagen der Betroffenen ist. Sie sind nicht unfähig, nicht wertlos und auch nicht dumm, denn Abhängigkeit ist kein Phänomen einer einzelnen Menschengruppe.

Wen kann die Alkoholabhängigkeit treffen?

Eine Alkoholabhängigkeit ist nicht auf einzelne soziale Schichten beschränkt, es kann den Hilfsarbeiter oder auch den Vorsitzenden der Vorstandsabteilung treffen. Es gibt keinen genetischen Hinweis darauf, dass eine Alkoholerkrankung vererbt werden kann.

Das Ursachengeflecht

Alkoholkonsum ist krankhaft, wenn Frauen mindestens 20g und Männer 50g täglich reinen Alkohol trinken. Ab dieser Menge sind Organschäden nicht mehr zu verhindern. Bestimmte Persönlichkeitsmerkmale wie zum Beispiel Ängstlichkeit, wenig Selbstwertgefühl und gering ausgeprägte Fähigkeiten Probleme zu bewältigen treten zwar während einer Abhängigkeit häufiger auf, allerdings sind diese Probleme kein Hinweis darauf, dass eine Person Alkoholabhängig werden kann. In der Regel gibt es nicht die eine Ursache für eine Abhängigkeit, sondern meistens sind es mehrere Faktoren die zu einer Erkrankung führen können. Oft sind psychische Belastung die begünstigenden Faktoren einer Alkoholabhängigkeit. Dazu zählen zum Beispiel Todesfälle naher Angehöriger, Trennung und Scheidung von Partnern, Arbeitslosigkeit, Geldmangel etc. Sexueller Missbrauch im Kindes- und Jugendalter kann das Risiko für eine Abhängigkeitserkrankung erhöhen.

  • Gibt es Faktoren am Arbeitsplatz, die eine Alkoholsucht begünstigen?
  • Kann eine Alkoholabhängigkeit durch den Arbeitsplatz ausgelöst werden?

Dies ist genauso möglich wie die Ursachen aus Vergangenheit und privatem Umfeld.

Beschäftigte im Schichtdienst haben oft Schwierigkeiten mit dem Schlaf. Ein- und Durchschlafstörungen verhindern die Regenerationsfähigkeit des Körpers und der Seele. In der Hoffnung, den Schlaf künstlich herbeiführen zu können, erscheint der Konsum von Alkohol eine Lösung zu sein. Dies ist allerdings mehr Schein als Sein, denn insbesondere bei regelmäßigem Einsatz wird Alkohol zum Problem. In Berufen mit einer hohen Staub- und Wärmebelastung (Gießereien und Holzwerkstätten), muss zwangsweise mehr getrunken werden. Statt Wasser gönnt man sich ein Bier. Typisch Volksmund, suggeriert die Aussage: „Wir gönnen uns nach der schweren Arbeit ein Bier und ein Schnaps“, dass man sich etwas Gutes tut. Den Arbeitsplatz in einer Gießerei ist jedoch nicht nur an einem Tag anstrengend!

Prävention am Arbeitsplatz wichtig

Wenn körperlicher Beanspruchung hoch sind, steigt das Risiko für Beschwerden im Muskel-Skelett-System. Der Griff zu Schmerzmitteln ist damit vorprogrammiert. So kommt zu dem Alkoholproblem noch das Medikamentenproblem. Sozialkontakte sind wichtig, jedoch lassen sich diese in bestimmten Berufsgruppen nur schwierig pflegen. Bei Schichtarbeit ist es schwierig, am sozialen Leben teilzunehmen. Freunde treffen ist eine zeitliche Herausforderung, so dass die soziale Isolation das Risiko für den höheren Alkoholkonsum steigert. Stress und Versagensängste sind Symptome für eine Überforderung. Und damit klar zu kommen, kann ebenfalls der Griff zur Flasche den Schmerz kurzzeitig lindern. Ein schlechtes Arbeitsklimaführt ebenfalls zur Unzufriedenheit.

Alkoholabhängigkeit durch den Arbeitsplatz – Besonders gefährdete Berufsgruppen

Für die folgenden Berufsgruppen gibt es Hinweise auf ein erhöhtes Risiko an Alkoholsucht zu erkranken:

  • Mitarbeiter in der Gastronomie
  • Mitarbeiter auf See und im Hafen
  • Mitarbeiter im Dienstleistungsgewerbe

Gesundheitliche Folgen von Alkoholmissbrauch

Ja Alkohol ist eindeutig die Ursache für Gesundheitsschäden! Zu viel Alkohol, besonders, wenn er über einen längeren Zeitraum konsumiert wird, schadet dem Körper.

Die Belastung der Leber ist enorm

Bei den gesundheitlichen Schäden liegt meist die Schädigung der Leber auf den Lippen. Dies liegt daran, dass 90% – 95% des konsumierten Alkohols in der Leber abgebaut werden. Ist dies regelmäßig der Fall, wird die Leber durch die Verarbeitung des Alkohols zu stark und zu lange gefordert. Verfettung oder Schrumpfung (Leberzirrhose) des Entgiftungsorgans sind die Folge.

Magen und Verdauungsapparat schädigen

Ein weiteres Problem stellt die Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) dar. Diese zeigt sich durch Schmerzen im Bauchbereich, Übelkeit und Verdauungsstörungen. Die Magenschleimhaut wird durch einen übermäßigen Alkoholgenuss deutlich strapaziert. Infolgedessen können Magenschleimhautentzündung, Magengeschwüre und Magenblutungen auftreten. Die Symptome können dabei sein: Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Brechreiz und Erbrechen von Blut. Der Herzmuskel wird durch den hohen Alkoholkonsum angegriffen, ebenso die Darmschleimhaut. Darmentzündungen und Darmblutungen sind die Folge. Muskulär zeigt sich der längere Alkoholmissbrauch in Krämpfen und Muskelschwund.

Probleme mit Hormonen und Seele

Bei den Männern kann das Hodengewebe schrumpfen, die Hormonproduktion ist gemindert und damit Impotenz die Konsequenz. Die Gesundheitsschäden schließen den Kreis durch Versagensängste, also weiterer psychischer Probleme. Bei den Frauen gibt es eher Einschränkungen in körperlicher und emotionaler Liebesfähigkeit.

Alkohol bei werdenden Müttern

Während der Schwangerschaft gefährdet der Alkoholkonsum das heranwachsende Kind dramatisch. Eines von 300 Kindern in Deutschland wird mit schweren körperlichen und geistigen Schäden geboren, die unter dem Begriff der so genannten Alkoholembryopathie zu definieren ist. Dies zeigt sich unter anderem in Kleinwüchsigkeit, Veränderungen des Gesichts, Fehlbildungen, Störungen der Sprache, Koordinationsprobleme und Hyperaktivität. Frauen haben zusätzlich das Problem, dass ein erheblicher Alkoholkonsum das Risiko für eine Brustkrebserkrankung deutlich erhöht. Auch für die anderen Körperorgane steigt die Krebsrate deutlich.

Alkohol und das Krebsrisiko

Alkohol muss im Körper abgebaut werden. Es wird vermutet, dass genau dies das Problem ist. Einige Abbauprodukte sind sehr reaktionsfreudige Stoffe, so z.B. Acetaldehyd. Reaktionsfreudig ist dieses Zellgift auch mit der DNA, so etwas ist nie gut. In der DNA sind Informationen gespeichert, wie die Zellen aufgebaut werden müssen. Wenn der Bauplan gestört ist und auch dann, wenn es nicht mehr möglich ist diese „Bauanleitung“ richtig zu lesen, gerät die Natur des Menschen aus dem Gleichgewicht. Es können Krebszellen entstehen.

Nervenschäden durch langfristigen Alkoholkonsum

Nervenschäden gehören zur Alkoholsucht dazu. Der Alkoholkonsum selbst verursacht kein Zittern (Tremor), sondern eher der Entzug von Alkohol bei einer Abhängigkeitserkrankung führt dazu, dass Hände, Finger, ganze Arme und Beine, Zunge, Lippen und Augen zittern. Nervenentzündungen zeigen sich durch starke Schmerzen in den Gliedmaßen bis hin zu Taubheitsgefühlen und Lähmungen. Das resultierende Delirium ist ein Wahnzustand, der bei einem Entzug bis zu zwei Wochen andauern kann. In Folge dessen sind Halluzinationen, also optische und akustische Fehlwahrnehmungen.

Das Gehirn kann schrumpfen und wachsen

Durch die Hirnschrumpfung kommt es bei längerem und höheren Alkoholkonsum zu Einbußen der geistigen Leistungsfähigkeit. Allerdings besteht die Chance, dass sich bei einer vollständigen und längeren Abstinenz Die Gehirnzellen wieder regenerieren können. Dies dauert aber in der Regel sehr lange.

Alkohol und die Nervenschäden

Einige Abbauprodukte von Alkohol sind Nervengifte und/ oder Radikale. Um Radikale unschädlich zu machen, werden Radikalfänger benötigt, die i.d.R. über die Nahrung aufgenommen werden. Die Vitamine C und E sind Beispiele für Radikalfänger. Bei Alkoholmissbrauch wird die ausgewogene und gesunde Ernährung aus dem Fokus verloren. Dadurch werden Gifte (Abbauprodukte des Alkohols) u.v.m. im Übermaß aufgenommen, aber die Armee zur Bekämpfung dieser Gifte nicht. Die Folge ist klar.

Auswirkungen auf die Psyche

Die Psyche wird durch Alkohol deutlich verändert. Ab einem Blutalkoholspiegel von 0,5 Promille kommt es zur Enthemmung und damit verbunden einer falschen Selbsteinschätzung mit erhöhter Risikobereitschaft. Gefahren werden dadurch runtergespielt. Gleichzeitig ist die betrunkene Person nicht mehr in der Lage, Kritik sachlich zu verarbeiten, wodurch es zu einem völlig unangemessenen Verhalten kommt.

Trotz Schlaf nicht ausgeruht

Der Schlafrhythmus der Betroffenen gerät durcheinander, da ein sehr hoher Alkoholgenuss keine Erholung durch den Schlaf bringt. Demzufolge fühlen sich die Betroffenen müde und erschöpft, auch wenn sie mehrere Stunden geschlafen haben.

Auswirkung auf die Psyche

Menschen mit hohem Alkoholkonsum verändern ihre Persönlichkeit. So können auch Personen, denen man eine starke Persönlichkeit zuschreibt und die mitten im Leben stehen, plötzlich dem Alkohol und dessen Folgen ausgeliefert sein. Das soziale Umfeld ist dem oft genauso ausgeliefert. Gereiztheit, Aggressivität, Stimmungsschwankungen und Depressionen können sich bis zu Halluzinationen steigern. Innerlich können Alkoholiker mit Schlafstörungen, starken Angstzuständen und Minderwertigkeitsgefühlen konfrontiert sein.

Unfallgefahr am Arbeitsplatz

Durch die extreme Müdigkeit und die damit verbundene Erschöpfung, sind die sichere Teilnahme am Straßenverkehr und am Arbeitsleben nicht mehr möglich. Das Risiko einer Selbst- und Fremdgefährdung steigt. Zusammen mit der verminderten Konzentrationsfähigkeit steigt auch die Fehlerhäufigkeit, so dass es auch im Arbeitsleben zu größeren Problemen kommen kann.

Soziale Folgen von Alkohol und dem langfristigen Konsum

Soziale Folgen von Alkohol, also der längerfristige und übermäßige Konsum kann zahlreiche Auswirkungen nach sich ziehen. Nicht nur im Beruf wird es kritisch, sondern auch im privaten Lebensumfeld.

Konflikte mit Familie und Freunden

Das soziale Umfeld (Freunde und Familie) wird durch einen chronischen Alkoholmissbrauch deutlich beeinflusst. Die Spannungen im Familien- und Freundeskreis entstehen, weil der Abhängige unfähig ist Konflikte als solche zu erkennen und zu lösen. Kritik wird oft als unberechtigter Vorwurf oder böswillige Unterstellung angesehen. Die Änderung der Persönlichkeit der Betroffenen ist für Verwandte und Freunde eine Herausforderung. Um Spannungen, Auseinandersetzungen und andere Konflikte zu vermeiden, gehen die Angehörigen dem Süchtigen aus dem Weg.

Kinder sind die Leidtragenden

Auch auf Kinder von alkoholabhängigen Eltern sind die Auswirkungen dramatisch. Diese schämen sich nach außen hin für den hohen Alkoholkonsum der Eltern und ziehen sich dadurch aus dem sozialen Leben weitgehend zurück. Die soziale Isolation verringert die schulischen Leistungen und führt zu weiteren Problemen.

Geldsorgen, Aggressionen und Isolation

Die enormen Kosten des hohen Alkoholkonsums, führen oft zu weiteren psychischen Problemen, bis hin zum sozialen Rückzug. Es können Geldsorgen entstehen, die besonders bei Geringverdienern oder auch Arbeitslosen dramatisch zu spüren sind. Wird der Alkohol beim Treffen von Freunden konsumiert, gibt es Konflikte durch die enthemmende Wirkung. Es kann zu aggressivem Verhalten und Handgreiflichkeiten kommen. Die „merkwürdigen“ Verhaltensweisen können selbst von verständnisvollen Freunden nicht auf Dauer toleriert werden.

Ein „anderer“ Mensch

Wie geht ein Verwandter oder Freund mit einem ursprünglich zuverlässigen und stets positiv wirkenden Menschen um, wenn dieser plötzlich nachlässig und vergesslich wird? Ein zielstrebiger Kollege dem plötzlich die Gleichgültigkeit überzieht? Die schüchterne Kollegin, die hemmungslos beleidigt und austeilt? Die Erfahrungen sind hier vielfältig.

Berufliche Folgen des Alkoholmissbrauchs

Alkohol am Arbeitsplatz bleibt lange unentdeckt, denn die Anzeichen einer Alkoholerkrankung fallen erst spät auf, da die die Krankheit durch die Betroffenen anfangs gut verheimlicht werden kann.

Alkohol am Arbeitsplatz – Lange unerkannt und toleriert

Betroffene sagen oft nicht die Wahrheit, denn sie wollen es weder den Kollegen gegenüber noch sich selbst eingestehen. In einem intakten Kollegenkreis lässt sich die Erkrankung zwar mit viel Verständnis aufnehmen, allerdings muss bei einem längeren Zeitraum damit gerechnet werden, dass die Arbeitsleistung deutlich zurückgeht. Zumal in der ersten Zeit nicht direkt am Arbeitsplatz konsumiert wird, sondern nur die Nachwirkungen im Körper verweilen.

Schlechter Ruf und Mehrarbeit für Kollegen

Zum einen kann eine Abteilung als solches in Verruf kommen oder ein größerer Teil der Arbeit muss auf die anderen Kollegen übertragen werden. Zwangsläufig wird ein höherer Einsatz der Kollegen gefordert um Minderleistungen, sowie höhere Ausfallzeiten der Betroffenen auszugleichen. Wird der Bogen überspannt, werden sich auch die solidarischen und verständnisvollen Mitarbeiter mehr und mehr zurückziehen und auch auf Versetzung oder Kündigung des Erkrankten hinwirken.

Angebote von Hilfsmaßnahmen werden oft zu spät aufgegriffen, da das Angebot als unberechtigte Kritik aufgefasst wird.

Kündigung: Ja oder nein?

Wer seine Arbeitsaufgabe wegen Trunkenheit nicht erfüllen kann, erbringt nicht die vereinbarte Arbeitsleistung. Wenn im Arbeitsvertrag oder einer Dienstvereinbarung ein Alkoholverbot vereinbart war, besteht ebenfalls Aussicht auf erfolgreiche Kündigung. Liegt eine Alkoholerkrankung vor, so muss der Arbeitnehmer die Möglichkeit bekommen, diese Krankheit behandeln zu lassen. Eine Kündigung darf auf Grund einer Therapie nicht erfolgen. Lehnt der Betroffene jegliche Hilfestellungen und Therapieangebote ab, dann hat auch eine Kündigung Aussicht auf Erfolg. Denn in diesem Fall ist von der Erfüllung des Arbeitsvertrages seitens des Arbeitnehmers nicht auszugehen. Unterstützung durch den Arbeitgeber kann bspw. eine Suchtvereinbarung sein, die auch die Freistellung zur Wahrnehmung der Therapietermine beinhalten kann. Auf alle Fälle ist bei der Bekämpfung der Sucht ein Vertrauensverhältnis beiderseits sehr wichtig. Dies ist für die Arbeitgeber oft nicht so einfach, da Suchtkranke nicht immer mit der Wahrheit befreundet sind. Auch sich selbst gegenüber.

Körper und Verhalten beeinträchtigt – Reaktionsvermögen eingeschränkt

Das Reaktionsvermögen wird bei einem Alkoholgehalt von 1 Promille im Blut deutlich reduziert, gleiches gilt für die Aufmerksamkeit. Außerdem kommt das typische Schwanken vor, da die Fähigkeit das Gleichgewicht zu koordinieren, stark eingeschränkt wird.

Die Promilletreppe

Mit steigendem Alkoholgehalt nehmen die Probleme und Einschränkungen zu:

  • ab 0,1 Promille: Enthemmung, Kontaktfreudigkeit, Entfernungen werden nicht richtig eingeschätzt
  • ab 0,3 Promille: Nachlassen von Sehleistung, Reaktionsvermögen und Aufmerksamkeit und Kritikfähigkeit, Risikobereitschaft steigt
  • ab 0,5 Promille: 15% weniger Sehleistung, Hörvermögen vermindert, leichter reizbar, Geschwindigkeiten werden schlechter eingeschätzt
  • ab 0,8 Promille: Störungen des Gleichgewichts und der Konzentration, Tunnelblick, Euphorie, Enthemmung und Selbstüberschätzung
  • ab 1 Promille: Sprach- und Orientierungsstörungen, Einschränkung des räumlichen Sehens
  • ab 2 Promille: kaum noch Reaktionen, Erbrechen und Muskelerschlaffung
  • ab 3 Promille: Bewusstlosigkeit, Lähmung, Atemstillstand bis hin zum Tod

Neben dem Alkohol sind andere Substanzen für Suchtkrankheiten verantwortlich. Auch dabei ist das Problem, dass der Konsum in den seltensten Fällen kontrolliert und einmalig erfolgt. Zu den illegalen Drogen zählen deswegen all die Substanzen, die abhängig machen und zu körperlichen oder psychischen Problemen führen.

Marihuana und Haschisch = Cannabis

Cannabis ist eine Hanfpflanze. Die Hanffasern werden schon seit vielen Jahrhunderten für die Herstellung von Textilien verwendet. Die Inhaltsstoffe dieser Pflanze (Cannabinoide) wirken auf die Psyche des Menschen. Deshalb spricht man von einer psychoaktiven Wirkung. Cannabis wird in Europa als Marihuana oder Haschisch verwendet. Haschisch Öl gibt es in anderen Regionen der Welt. Ob Haschisch oder Marihuana, einer der wirkungsvollsten, psychoaktiven Inhaltsstoffe ist das THC (Tetrahydrocannabinol). Daneben wirken ca. weitere 60 Bestandteilen auf die Psyche ein. Die Nutzpflanzen, welche in Deutschland gezüchtet werden weisen einen THC-Gehalt von ca. 1,5% auf. Andere Züchtungen können bis zu 20% THC enthalten.

Haschisch als Harz

Das Harz der weiblichen Blütenteile wird zu Haschisch verarbeitet und meistens Tabak oder Keksen zugemischt. Demzufolge sind die Aufnahmewege das Rauchen oder Essen.

Marihuana als „Kraut“

Getrocknete und zerkleinerte Pflanzenbestandteile werden zu Marihuana verarbeitet. Im Vergleich zu Haschisch liegt der THC-Gehalt niedriger.

Die spezielle Zigarette wird als Joint bezeichnet. In beiden Formen, Marihuana oder Haschisch, werden die Stoffe i.d.R. nicht pur konsumiert, sondern mit Tabak oder Kräutern gemischt.

Cannabis führt zu einer steigenden Zahl junger Konsumenten – Präventionsmaßnahmen dringend notwendig

Gemäß der Drogenaffinitätsstudie von 2015, durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, ist der Anstieg der jugendlichen Konsumenten von Cannabis (12 bis 17 Jahre) von 4,6% im Jahr 2011 auf 6,6% im Jahr 2015 gestiegen. Bei den jungen Erwachsenen von 18 bis 25 zeigt sich ein Anstieg um ca. 3,6%.

Worin besteht die Gefahr bei Cannabis?

Die Risiken des Cannabiskonsums sind nicht nur im Hauptwirkstoff THC begründet, sondern auch auf sämtliche Zusatzstoffe.

Auch Nebenstoffe der Konsummittel schädlich

Weil Cannabis oft mit anderen Mitteln z.B. Tabak gemischt wird, sind u.a. dieselben Schäden am Körper zu erwarten wie beim Konsum gewöhnlicher Zigaretten (Verbrennungsprodukte). Das bedeutet, dass das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken sicherlich gegenüber Nichtrauchern erhöht ist.

Wirkung von THC

Unmittelbar nach Aufnahme von THC aus Marihuana oder Haschisch sind Störungen der Aufmerksamkeit, Beeinträchtigungen des Kurzzeitgedächtnisses und damit auch das Lernvermögen zu beobachten. Komplexe Zusammenhänge können nicht mehr richtig verarbeitet werden. Ob diese Probleme auch langfristiger Natur sind, ist derzeit noch nicht sicher bekannt. Allerdings geht man davon aus, dass das Risiko an einer Psychose zu erkranken, erhöht ist. Gravierende Folgen durch den langfristigen Cannabiskonsum sind noch nicht vollständig erforscht. Allerdings wird bei regelmäßigen Konsum eine Teilnahmslosigkeit beobachtet.

Weitere Risiken des Cannabiskonsums

Die Gesundheitsgefahr wird verstärkt, weil Cannabis oft mit Substanzen gestreckt wird um schwerer zu werden. Die Verkaufseinheit ist eben Gramm und nicht Stück. Wird Bleisulfid verwendet, schießt einem sofort der Begriff „Bleivergiftung“ durch den Kopf. Blei ist jedoch sehr schädlich für den menschlichen Körper. Erste Anzeichen können Verstopfung, Bauchkrämpfe, Übelkeit und motorische Schäden sein, die bis hin zu Lähmungserscheinungen führen können. Ohne Behandlung lagert sich Blei im Körper an. Blutarmut, Hirn- und Nervenschäden können Folgeschäden einer Bleiansammlung sein.

Langer Nachweis möglich

Im Gegensatz zu Alkohol, der im Blut nur eine begrenzte Zeit nachweisbar ist, ist der Wirkstoff THC noch sehr lange aufzuspüren.  THC kann bis zu 3 Tage im Blut nachgewiesen werden, im Urin sogar mehrere Wochen oder Monate. In den Schlagzeilen wird in dem Zusammenhang oft von Haarproben gesprochen, denn in den Haaren besteht die größte Chance, auch nach einem längeren Zeitraum den Konsumenten bzgl. der THC-Aufnahme zu überführen.

Aufklärung über Probleme notwendig

Weitere Risiken des Cannabiskonsums sind wie bei den anderen Suchtmitteln mit Folgeproblemen behaftet. Gerade das Abhängigkeitspotential sorgt für eine langfristige Einnahme. Dadurch sind nicht nur körperliche und psychische Schäden zu erwarten, sondern auch soziale Folgen ziehen Kreise. Isolation und Konflikte mit Freunden und Familie stellen alle Beteiligten vor große Probleme. Das Verhalten der Suchtkranken ist wie bei der Alkoholsucht nicht kontrollierbar. Neben der Tatsache, dass die Beschaffung Geld kostet oder andere demütigende oder illegale Handlungen notwendig werden, kommt evtl. der Verlust des Arbeitsplatzes hinzu. Der Teufelskreis beginnt. Keine Arbeit, kein Geld, noch mehr Isolation. Die Erkrankten halten sich in einem Umfeld auf, dass selbst im Strudel steckt. Aus diesem Grund ist es enorm wichtig, vorbeugend zu handeln, damit eine Abhängigkeit gar nicht erst entsteht.

Crystal Meth (Methamphetamin) geht leider schnell

Crystal Meth ist leicht herstellbar und relativ billig. Dies ist äußerst problematisch, denn so wird die Beschaffung leichter. Durch die Einnahme können Gedächtnisverlust, Aggressivität und Psychosen auftreten. Das Suchtpotential ist sehr groß, weswegen nur wenige Einnahmen ausreichen um eine deutliche Abhängigkeit zu erzeugen. Schnell herzustellen, schnell zu beschaffen, schnelle Abhängigkeit – schnell ist in dem Fall schlecht!

Umso wichtiger ist es Aufzuklären und Risikofaktoren zu beseitigen. Durch die schnelle Suchtgefahr ist eine Behandlung aufwendig und schwierig, vorbeugen ist wichtiger.

Eigenschaften, Konsum und Gefährdungen

Das Pulver Crystal Meth ist kristallin, weiß, geruchlos und schmeckt bitter. Die Droge wird geraucht, geschnieft oder gespritzt.

Kurzfristig zeigen sich erweiterte Pupillen, Herzrasen, Panikmoder Übelkeit. Noch Problematischer ist der langfristige Konsum:

Durch das Schnupfen wird die Nasenschleimhaut zerstört, die Zähne werden deutlich in Mitleidenschaft gezogen. Depressionen und Hirnschäden gehen ebenso mit dem Konsum einher. Organe wie Leber, Nieren und Lungen werden geschädigt. Blutgefäße können sogar irreversibel geschädigt werden. Leider ist diese Aufzählung nur der Anfang von einer ganzen Liste an gesundheitlichen Schäden.

Amphetamine – Speed oder Pep?

Amphetamine (Speed/ Pep), werden künstlich hergestellt und sind ein Gemisch aus mehreren Substanzen. Die Droge wirkt direkt auf das Zentralnervensystem, wirkt stimulierend und aufputschend.

Amphetamine selbst sind schon anregend. Als Speed gemischt sind mehrere anregende Substanzen enthalten. Dazu zählen: Amphetamine, Methamphetamin, Ephedrin und Koffein.

In der Historie ein Arzneimittel

Obwohl das erste Amphetamin schon im Jahre 1887 hergestellt wurde, wurde es erst nach dem zweiten Weltkrieg als Arzneimittel eingesetzt. Es diente zur Behandlung von Depressionen, Parkinson oder Impotenz. Durch die aufputschende Wirkung wurde es von Menschen in verschiedenen Berufsgruppen benutzt. Allerdings wurde so nach und nach auch bekannt, dass diese Substanz zur Abhängigkeit führt. Die körperlichen und psychischen Folgen waren ebenfalls immer häufiger sichtbar. Ein klassisches Beispiel ist die Psychose. Unter Psychose versteht man, dass die eigene Wahrnehmung von der Realität abweicht. Allerdings denkt der Betroffene, dass nur er die „richtige Welt“ sieht.

Pulver oder Tablette?

Das weiß bis gelbliche Pulver wird in der Regel über den Mund aufgenommen. Es gibt auch die Möglichkeit, das Speed in Tablettenform zu nehmen. Für den raschen Wirkungseintritt wird Speed geschnupft. Im Jahre 1965 war aufgrund der Nebenwirkungen der Zeitpunkt gekommen, ab dem der Verkauf von Amphetaminen strenger kontrolliert wird. Immer mehr Medikamente wurden verboten. Leider ist es so, dass verbotene Dinge oft auf dem Schwarzmarkt landen. In Folge dessen, steigt natürlich der illegale Handel mit nicht legaler Herstellung. Dies bedeutet, dass nicht mehr die Frage: „Tablette oder Pulver“ interessant ist, sondern was noch alles in dieser Substanz untergemischt ist.

Rechtslage

In Deutschland fallen die Amphetamine unter das Betäubungsmittelgesetz. Da es nur wenige zugelassene Medikamente auf dem Markt gibt, in denen geringe Spuren von Amphetaminen enthalten sind, unterliegen diese Arzneimittel strengen Vorgaben. Ansonsten sind Besitz, Konsum und Verkauf von Amphetaminen in Deutschland verboten. Selbstverständlich ist der Grund in dem hohen Nebenwirkungsprofil zu sehen.

Wirkung

Die Wirkung des aufputschenden Gefühls tritt nach wenigen Minuten (geschnupft) bis ca. 30 Minuten (oral eingenommen) ein. Je höher der Amphetamingehalt in der Droge ist, desto länger wirkt diese. Während der anregenden Zeit ist an Schlaf nicht zu denken.

Durch die Amphetamine fühlen sich die Konsumenten leistungsfähig, wach und konzentriert. Der Bewegungsdrang nimmt zu, das Hungergefühl ab. Das Bedürfnis nach sexuellen Handlungen kann enorm gesteigert werden. Je nachdem welchen Partner man sich auf die Schnelle greift, können so auch weitere Krankheiten übertragen werden. Das Selbstbewusstsein kann enorm ansteigen, so dass auch die Risikofreudigkeit steigt. Durch den Schlafmangel (6-18 Stunden wach) bekommt der Körper natürlich keine Möglichkeit sich zu erholen. Nach dieser Zeit tritt rasch ein Erschöpfungszustand ein, der aufgrund des Tagesablaufs dann meist nicht passend ist. Um wach zu bleiben wird entweder das Aufputschmittel nachgeworfen oder Kaffee getrunken. Weitere Probleme können darin bestehen, dass die aufputschende Wirkung durch Schlaf- oder Beruhigungsmittel versucht wird aufzuheben. Auch Alkohol wird dazu genutzt.

Probleme und Gefahren durch die Einnahme von Speed

Aufgrund der Tatsache, dass sich während der Wirkung von Amphetaminen der Konsument sehr energiegeladen fühlt, hat dieser einen enormen Bewegungsdrang. Er verbraucht Energie. Amphetamine selber führen dem Körper allerdings keine Energie zu, sondern er verbraucht welche. Das ist der Grund, weswegen sich die Konsumenten nach dem Rausch oft kraftlos und müde fühlen. Dazu kommen Gefühle wie Angst oder Depressionen. In Verbindung mit Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Gedächtnisstörungen ist dies ein Emotionscocktail, der wieder zu den Drogen greifen lässt um ein besseres Gefühl zu bekommen. Genau das ist der Teufelskreis.

Körperliche Erschöpfung, das ist die Folgen des Amphetaminkonsum. Der Grund ist einleuchtend: Hunger und Durstgefühl werden unterdrückt. Dadurch wird dem Körper keine Energie zugeführt, durch die aufputschende Wirkung verliert der Körper viel Energie. Es entstehen Mangelerscheinungen. Durch die lange aufputschende Wirkung wird auf jeden Fall das Herzkreislaufsystem stark belastet. Die psychische Abhängigkeit ist sehr hoch, eine körperliche Abhängigkeit dagegen nicht eindeutig nachweisbar. Fakt ist allerdings, dass der Körper anderweitig in Mitleidenschaft gezogen wird.

Berufliche und soziale Folgen

Der Lebensstil aller Suchtkranken verändert sich mit der Zeit. Familie und Freunde rücken in den Hintergrund, die starke Erschöpfung sorgt dafür, dass die Arbeitsleistung nicht mehr vollständig erbracht werden kann. Dies ist auch auf die verminderte Konzentrationsfähigkeit zurückzuführen. Durch die Mangelernährung wird das Immunsystem angegriffen und damit empfindlicher für Krankheiten.

Auch dies zieht wieder Erschöpfung und Krankschreibungen nach sich. Das Risiko nach dem Konsum von Amphetaminen, insbesondere nach längeren Konsum, eine Psychose zu entwickeln, steigt mit der Zeitdauer. Psychosen gehören zu den psychischen Krankheiten, die bekanntermaßen eine sehr langwierige Behandlung nach sich ziehen. Am Arbeitsplatz führt dies zu deutlichen Einschränkungen und durch die Persönlichkeitsänderung (Depressionen, Wahnvorstellungen oder Aggressionen) steigt das Konfliktpotential mit Kollegen und Vorgesetzten. In dem Moment lässt sich wieder das Gleiche sagen, was auf andere Suchterkrankungen auch zutrifft.

Kokain und Coca-Cola – der Kokastrauch aus Südamerika

Die Droge Kokain wird aus Blättern des Kokastrauches (Erythroxylm coca) hergestellt. Dazu werden diese zu einer Paste verarbeitet. Während die Blätter ca. 2% Kokain enthalten, liegt der Anteil in der aste bei ca. 80%. Diese Paste wird mit Salzsäure weiterverarbeitet, wodurch das kristalline Pulver entsteht, welches in der Regel geschnupft wird. Freilich liegt nach der vollständig abgelaufenen Reaktion zweier Substanzen eine völlig neue Substanz vor, allerdings ist die Vorstellung gruselig, dass etwas in die Nase gezogen wird, das vorher mit Salzsäure hergestellt wurde.

Der Kokastrauch für Getränke und Medikamente

Das Getränk Coca-Cola wurde 1886 aus dem Strauch hergestellt und war kokainhaltig. Auf Grund der berauschenden Wirkung wurde es ebenfalls als Betäubungsmittel zur lokalen Anästhesie verwendet. Die Effekte von Kokain sind im ersten Anschein nach positiv:

  • Euphorie
  • wenig Appetit (gewünschte Gewichtsabnahme?)
  • gesteigerte sexuelle Empfindsamkeit
  • erhöhte Wachsamkeit
  • das Gefühl, Probleme lösen zu können

Aber…

Kokain fällt unter das Betäubungsmittelgesetz und ist verboten

Das ist aus gutem Grund so!

Es gibt eine Reihe von Nebenwirkungen, durch die die positiven Effekte deutlich aufgehoben werden. Das Risiko einer körperlichen Abhängigkeit ist gering, jedoch die psychische Abhängigkeit deutlich. Weitere negative Erscheinungen sind:

  • Abmagerung
  • Verfolgungswahn
  • Schlaflosigkeit
  • Verengung der Blutgefäße
  • Anstieg des Blutzuckerspiegels
  • Mundtrockenheit
  • seelische Abhängigkeit

Atemstillstand, Herzstillstand und Hirnblutungen können bei einer Überdosis auftreten.

Das Problem nach einem Rauschzustand ist, dass sämtliche positiv empfundenen Wirkungen ins Gegenteil  gedreht werden. Müdigkeit, Erschöpfung und depressive Verstimmungen stellen sich ein. Trotz Müdigkeit ist es schwierig zu schlafen. Dies ist sicherlich ein grausamer Zustand. Plötzlich wird dem betroffenen bewusst, dass die Probleme doch größer sind und das Leben doch nicht nur easy ist. Dadurch entsteht wieder das Problem der Sucht:

Noch mehr Droge um wieder dieses „gute“ Gefühl zu haben. Währenddessen, machen sich die Nebeneffekte daran, den Körper weiter zu zerstören.

Es hat schon einen Grund, wieso Kokain kein Bestandteil mehr von Coca Cola ist.

Herstellung, Besitz und Handel sind strafbar!

Kokain als Gefährdung am Arbeitsplatz

Am Tag nach dem Rausch ist keinerlei positive Wirkung mehr vorhanden. Das Gegenteil ist der Fall!

Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit sind eingeschränkt. Damit ist nicht nur die Arbeit gefährlich, sondern auch der Weg zur Arbeit kann böse enden. Wer Kokain regelmäßig einnimmt, der leidet unter Koordinationsstörungen, Schwindelgefühl, Krämpfen und einigem mehr.  Durch die vernachlässigte Körperpflege und der angegriffenen Nasenschleimhaut wird das Immunsystem stark belastet. Gesund ist das logischerweise alles nicht. Von einem sicheren Arbeitsplatz kann auch dabei eine Rede sein, weder für die Betroffenen selbst, noch für die Kollegen.

Schlafmohn, Opium, Morphin und Heroin

Heroin wird aus Opiaten hergestellt. Aber was sind Opiate oder Opioide?

Opiate werden aus der Pflanze „Papaver somniferum“ gewonnen. Die psychoaktive Substanz ist im Milchsaft dieser Mohnpflanze enthalten, welcher auch als Rohopium bezeichnet wird. Im Rohopium sind unter anderem Morphin und Codein enthalten.

Morphin und Codein werden in der Medizin als Arzneimittel angewandt. Dabei ist Morphin ein sehr starkes Schmerzmittel und Codein stillt den Hustenreiz.

Was ist der Unterschied zwischen Opiaten und Opioiden?

Die Unterscheidung zwischen Opiaten und Opioiden ergibt sich aus deren Ursprung.

Während Morphin ein Opiat ist, weil es in der Natur vorkommt, sind Opioide künstlich hergestellte Substanzen. Fetanyl oder Methadon sind vollständig synthetisch hergestellte Mittel. Die Droge Heroin ist ein halbsynthetisches Mittel, weil es künstlich aus dem natürlichen Morphin hergestellt wird. Morphin wird in der Regel eingesetzt, wenn starke Schmerzen durch Krebserkrankungen oder Unfälle vorhanden sind und normale Schmerzmittel nicht mehr ausreichen. Gerade bei Krebspatienten im Endstadium ist Morphin eine häufig verabreichte „Erleichterung“. Will ein junger Mensch wirklich abhängig von Suchtmitteln sein, die in ihrer Wirkung den Medikamenten entsprechen, die bei sterbenden Personen eingesetzt werden?

Medizinischer Einsatz von Opiaten oder Opioiden

Codein

Codein kommt ebenfalls im Opium vor und existiert in natürlicher Form neben dem Morphin im Schlafmohn. Codein wirkt gut gegen Reizhusten. Prinzipiell handelt es sich um ein verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel. Allerdings ist die hustenstillende Wirkung nicht zu verachten. Deswegen dürfen Medikamente verschrieben werden, die einen kleinen Anteil Codein enthalten.

Morphin

Morphin ist eines der am stärksten wirkenden Schmerzmittel. Deswegen ist die Verschreibung nur über ein Betäubungsmittelrezept möglich. Der Grund dafür ist natürlich auch das hohe Abhängigkeitspotenzial. Da die schmerzlindernde Wirkung enorm ist, aber der Suchtfaktor ebenfalls, wurde ein neues Medikament gesucht, welches gleichzeitig zum Hustenstillen verwendet werden kann. Dieses Mittel nannte man Diamorphin.

Vom Morphin zum Heroin

Mit der neuen Substanz Diamorphin war die Hoffnung verbunden, eine ähnliche Wirkung wie mit Morphin zu erzielen und neben den hohen schmerzstillenden Effekten auch den Husten zu unterbinden. Gleichzeitig wurde das Mittel verschrieben, um Asthma und Depressionen zu behandeln.

Das Heroin, wie Diamorphin bezeichnet wird, sollte kein Abhängigkeitspotenzial haben. Dies war allerdings ein großer Irrtum, denn das Heroin besitzt mit das höchste Abhängigkeitsrisiko, welches in der Drogenszene existiert. Aus diesem Grunde darf Heroin auch nicht mehr in der Medizin verwendet werden und ist in Deutschland seit 1971 verboten.

Welche Wirkungen hat Heroin auf den Körper?

Durch Heroin wird das Schmerzempfinden zuverlässig abgeschaltet. Unabhängig davon wirkt es entspannend und schaltet unangenehme Gefühle und Gedanken aus. Ängste verschwinden, Probleme und Konflikte sind temporär nicht existent. Der Konsument fühlt sich glücklich und zufrieden. Kein Wunder, denn unsere Glücksbotenstoffe (Endorphine) docken an die gleichen Rezeptoren im Gehirn an.

Jede Medaille hat eine zweite Seite – Nebenwirkungen von Heroin

Heroin unterdrückt den Hustenreiz. Dies wäre prinzipiell gewünscht, besonders nachts. Allerdings unterdrückt es auch andere Funktionen, wenn die Menge zu groß wird. Die Atmung! Wenn man den Aspekt der Abhängigkeit betrachtet, so taucht immer wieder das Wort „Toleranzentwicklung“ auf. Um die gleiche Rauschwirkung zu erzielen, wachsen mit der Zeit auch die dafür erforderlichen Mengen. Eine Frage der Zeit, bis die tödliche Dosis erreicht wird.

Damit nicht genug: Das Heroin auf dem Schwarzmarkt weist nicht immer die gleiche Reinheit auf. Ein großes Problem bei allen Drogen sind die Verunreinigungen. Die zugemischten Stoffe sind selten gesund. Damit verbunden ist der Anteil der reinen Heroin in der Substanz oft nicht abschätzbar. Da stellt sich die Frage: Welche Dosis ist in der Spritze enthalten? Die Gefahr der Überdosierung ist damit leicht gegeben, denn zwischen Verträglichkeit und Überdosis liegen nur wenige Milligramm.

Pech auch für diejenigen, die plötzlich einen Stoff mit hohem Reinheitsgrad erwischen. Zack – zu viel.

Atemprobleme, Kreislaufversagen und Bewusstlosigkeit. Hinzu kommt das hohe Infektionsrisiko durch die Kanülen.

Insgesamt ein Leben auf der Kippe!

Ohne Organschäden trotzdem in den Tod

Sofern der regelmäßige Konsum in der zugeführten Menge begrenzt bleibt (andernfalls tritt der Atemstillstand ein), sind keine Organschäden zu erwarten. Jedenfalls nicht direkt durch das Heroin. Wo liegt denn dann das Problem?

Die Beimischungen des illegal bezogenen Stoffs wurden bereits genannt. Hinzu kommt die „Natur der Sucht“: Bei Abhängigen dreht sich das ganze Leben um den Stoff und dessen Beschaffung. Andere Dinge treten in den Hintergrund. Betroffene lassen sich gehen und verwahrlosen. Hygiene ist nicht mehr so wichtig, Die Wohnung zu putzen ebenso wenig. Heroin wird täglich benötigt, die Beschaffung kostet Geld. Wer keines hat, sucht andere Wege und schreckt auch vor kriminellen Handlungen nicht zurück. Prostitution ist für manche Menschen eine verzweifelte Handlung um Geld zu beschaffen. Auch dabei kann ein Infektionsrisiko bestehen, denn ob Schutzmaßnahmen in dem Moment so wichtig erscheinen, bleibt fraglich.

Das soziale Leben der Heroinsüchtigen

Auch das soziale Ansehen leidet dramatisch. Leider ist es nicht allen Menschen des Umfeldes möglich, das Leid hinter dem „moralisch anstößigem“ Verhalten der Betroffenen zu sehen. Nur die, die selbst im Strudel gefangen sind, machen keine Vorwürfe und zeigen nicht mit dem Finger. Nur sind das auch die Menschen, die den Strudel zum Drehen und Ziehen bringen. Freunde und Verwandte, die ein geregeltes Leben führen und sich außerhalb jeglicher Sucht bewegen, werden nicht viel Kontakt zum Betroffenen halten können. Verzweiflung, Wut und Ängste sind zu stark, so richtig helfen lässt sich sowieso nur, wenn der Erkrankte selbst eine Bereitschaft dazu zeigt, den Weg zu gehen. Bekannte die bleiben, leben meist selbst im Chaos und tun evtl. noch viel mehr illegale bzw. kriminelle Dinge. Ein unkontrollierter Entzug in Eigenregie kann tödlich enden. Denn wenn das Verlangen dermaßen stark wird und auf Grund dessen die Heroindosis zu schnell hochgesetzt wird, besteht ebenfalls die Gefahr der Überdosierung. Ein Entzug ist in einer Klinik unter kontrollierten Bedingungen und der Gabe von Ersatzstoffen (z.B. Methadon) möglich. Allerdings auch keine angenehme Sache.

LSD – Lysergsäurediäthylamid für den Trip

LSD wird auf der Straße in Tabletten oder Kapseln verkauft, manchmal gibt es das Mittel auch in Form von Flüssigkeit. Ein „Trip“ ist der Rauschzustand, der durch die Einnahme von LSD entsteht. Mitunter wird aber auch die Substanz als solches als Trip bezeichnet. Andere Namen sind beispielsweise: Acid, Deep Purple, Löschpapier, LSD-25 oder Micros.

Die Probleme, welche durch die Einnahme von LSD entstehen

Zunächst einmal sei gesagt, dass das Bewusstsein stark beeinträchtigt wird. Die sogenannten Trips können als positiv oder als negativ empfunden werden. Bei dem positiven Trip ist die Fähigkeit, sich ein realistisches Bild der Umgebung und der Situation zu bilden, stark eingeschränkt. So sind Gefahren überhaupt nicht präsent und Risiken werden heruntergespielt. Anderenfalls kann es auch so genannte Horrortrips geben. Diese sind eine wahre Qual und können sich auch noch Jahre nach dem Beenden des Trips als Flashback zeigen.

Demzufolge sind Depressionen oder Psychosen als eine Langzeitwirkung nicht selten.

Wie zeigt sich die Wirkung von LSD?

Körperlich können die Pupillen erweitert sein, die Körpertemperatur ist zu hoch oder zu niedrig. Schweißausbrüche und frieren, zusammen mit Appetitlosigkeit und Schlaflosigkeit bilden weitere Merkmale. Ein trockener Mund und Zittern können ebenfalls das Leben erschweren.

Bei den psychischen Faktoren sind natürlich Halluzinationen und Wahnvorstellungen zu nennen. Unter anderem strotzen die Betroffenen unter einem übermäßigen Selbstwertgefühl. Die Wahrnehmung ist beeinflusst, genauso wie das Zeitgefühl. Zu den sicher negativen Auswirkungen dieser Trips gehören Angst, Sorge vor Kontrollverlust, Panikattacken und Flashbacks. Wie schon erwähnt, sind auch längerfristig schwere Depressionen und Psychosen zu nennen.

Kann man an einer Überdosis LSD sterben?

Ein körperliches Versagen aufgrund der Einnahme von LSD ist derzeit nicht bekannt. An einer Überdosis, wie Beispiel Heroin oder Kokain ist bisher noch keiner gestorben. Dennoch bleibt die Einnahme problematisch. Denn die Unfähigkeit Gefahren zu erkennen und das Risiko abzuschätzen, bedeuten die eigentliche Gefährdung in sich. Wir auf einer belebten Straße spazieren geht und dies nicht so mitbekommt, ist natürlich einem erhöhten Risiko ausgesetzt, in einen Unfall verwickelt zu werden. Ebenso ist die Langzeitwirkung wie schwere Depressionen und Psychosen nicht zu unterschätzen. Eine Depression ist nicht selten die Ursache von Suizid.

Gleichzeitig gehören die psychischen Erkrankungen, bspw. Depressionen und Psychosen, zu den nur langwierig zu behandeln Erkrankungen. Aus diesem Grund dürfte die Frage unerheblich sein, ob eine Überdosis LSD einen körperlichen Schaden anrichtet. Die Forschung an der Substanz, um eventuell Depressionen besser therapieren zu können, ist in wissenschaftlichen Kreisen umstritten. Durch die Veränderung der Wahrnehmung und damit der Realität, könnten sich eventuell neue Behandlungsansätze in der Traumatherapie ergeben. Dies bedarf allerdings weiterer gewissenhafter Forschungen und eine kontrollierte Testreihe mit der Substanz. Voreilige Schlüsse sind nicht verantwortungsbewusst. Die Substanz, wie sie derzeit auf dem Schwarzmarkt gehandelt wird, ist nicht ohne Grund verboten. Zu groß sind die Probleme.