Wichtige Bestandteile eines wirksamen Gesundheitsmanagements von Unternehmen sind Arbeitssicherheit plus Gesundheitsschutz. Sicherheit am Arbeitsplatz bedeutet immer, dass die Gesundheit der Beschäftigten durch die Arbeit nicht geschädigt werden darf. Demzufolge handelt es sich nicht um einen „Arbeitsschutz“ im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes, sondern um den Erhalt der Gesundheit.

Den Arbeits-und Gesundheitsschutz der Beschäftigten zu gewährleisten ist eine gesetzliche Forderung, die sich u.a. aus dem Arbeitsschutzgesetz und dem Arbeitssicherheitsgesetz ergibt. Daneben ist für die Unternehmensleitung wichtig, dass sich Investitionen in den Arbeitsschutz rechnerisch lohnen. Die Betriebsabläufe und Geschäftsprozesse werden ebenso verbessert, wie die Motivation der Beschäftigten. Daraus resultieren verringerte Ausfallzeiten.

 

Motivation
Für die Arbeit begeistern – Bild von Krzysztof Kamil auf Pixabay

Es gilt deshalb, die Vermeidung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren als vorrangiges Unternehmensziel zu erklären und systematisch in die Führungsstrukturen und Organisation eines Unternehmens einzubinden.

Aus diesem Grund sind bspw. die Bereitstellung ergonomischer Arbeits- und Hilfsmittel, sowie die Anpassung der Arbeitsplatzumgebung an den Menschen eine wichtige Aufgabe der Unternehmensführung.

Da sich in den letzten Jahren die Arbeitswelt ständig und schnell verändert hat, spielen die psychischen Belastungen eine immer größere Rolle. Umso wichtiger ist es, diese psychischen Belastungen in Bewertung der Arbeitsplätze zu erfassen und geeignete Abhilfemaßnahmen einzuleiten.

Beispiel für Arbeitssicherheit plus Gesundheitsschutz

Am Beispiel der Beleuchtung erkennt man deutlich, dass die Abwehr gesundheitlicher Gefährdungen nur ein Aspekt ist. Das „PLUS“ bedeutet nun, dass auch durch die Auswahl von Lichtspektrum und Beleuchtungsstärke das Wohlbefinden der Beschäftigten gesteigert werden kann.

Grundpflichten des Arbeitgebers und Verantwortung

Gesundheit erhalten

Die zentralen, rechtlichen Vorgaben, bspw. §3 ArbSchG „Grundpflichten des Arbeitgebers“ verpflichten den Arbeitgeber dazu, den Status quo des Gesundheitszustandes der Mitarbeiter zu erhalten. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die Beschäftigten durch deren Tätigkeiten und der Arbeitsumgebung keinen gesundheitlichen Schaden nehmen dürfen. Die Erfüllung der Arbeitgeberpflichten zeigt automatisch Verantwortungsbewusstsein.

Bewusstsein für Arbeitsschutz

Die Planung und Durchführung der zu ergreifenden Schutzmaßnahmen hat der Arbeitgeber zusammen mit der Bereitstellung der erforderlichen Mittel zu organisieren. Dabei muss sichergestellt sein, dass die getroffenen Maßnahmen auch wirksam sind (Wirksamkeitskontrolle).

Zu den wichtigen Grundpflichten der Führungskräfte zählen bspw. die Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen und regelmäßigen Unterweisungen.

Die Arbeitssicherheit des Arbeitgebers wird im Team realisiert

Zu den Pflichten der Unternehmer bzw. Arbeitgeber zählt auch, die Kompetenz im Arbeits- und Gesundheitsschutz zu bündeln. Dazu ist es nach dem ASiG und der DGUV erforderlich, Fachkräfte für Arbeitssicherheit zu bestellen und gleichzeitig die wachen Augen durch die Ernennung von Sicherheitsbeauftragten zu erhöhen.

 

Arbeitssicherheit im Team
Arbeitssicherheit ist Teamaufgabe – Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Gemeinsam mit dem Betriebsarzt verfügen die Verantwortlichen über Wissen und Erfahrung in der Organisation der Arbeitssicherheit und der wirksamen Umsetzung von Schutzmaßnahmen. Um das notwendige Wissen und die entsprechende Sensibilität aufzubauen und zu halten, sind regelmäßige Fort- und Weiterbildungen notwendig.

Umsetzen und Hinwirken

Zu den Grundpflichten des Arbeitgebers zählt, wie beschrieben, der Aufbau der Organisation des Arbeitsschutzes. Die Gefährdungsbeurteilung ist zu erstellen und basierend auf deren Ergebnissen sind Schutzmaßnahmen festzulegen und umzusetzen. Über die richtige Anwendung der Schutzmaßnahmen müssen die Mitarbeiter unterweisen werden. Bis dahin ist es eine Aufgabe der Arbeitgeber und deren Führungskräften, unter Einbeziehung der Fachkräfte für Arbeitssicherheit, der Betriebsärzte und der Sicherheitsbeauftragten.

Die Mitarbeiter müssen sich allerdings an der Umsetzung der Schutzmaßnahmen beteiligen, d.h. diese anwenden und ggf. Schwierigkeiten damit melden. Der Unternehmer ist allerdings in der Pflicht dafür zu sorgen, dass die Beschäftigten dies auch tun.

Kontrolle im Sinne von „Positiv“

Kontrolle bezogen auf Personen ist oft ein negativ assoziierter Begriff. Oft wird der Begriff mit Bevormundung und Überwachung gleichgesetzt. Allerdings, lässt sich im Sinne des Arbeits- und Gesundheitsschutzes auch eine „positive“ Kontrolle implementieren. Neben der Umsetzung der Grundpflichten des Arbeitgebers nach §3 ArbSchG ist es die Aufgabe der Sicherheitsbeauftragten und Führungskräfte, mit wachen Augen durch die Arbeitsbereiche zu gehen. Dabei sollten sie darauf achten, ob Schutzmaßnahmen umgesetzt werden oder nicht.

 

Arbeitssicherheit - Gehörschutz tragen
Gehörschutz tragen – Bild von Yerson Retamal auf Pixabay

Ist dies nicht der Fall, geht es in erster Linie darum, die Ursachen dafür zu finden. In der Regel liegt diese nicht im vorsätzlichen Handeln der Beschäftigten, sondern hat seine Gründe im Arbeitsablauf. Diese lassen sich beim Mitarbeiter hinterfragen und mit ihm gemeinsam beseitigen. Dabei werden die Beschäftigten für die Gefährdungen sensibilisiert.

Diese Art der Kontrolle dient dazu dem Mitarbeiter zu zeigen, dass man ihn respektiert und ernst nimmt. Ein Bestimmen oder Bevormunden ist dies nicht.

Arbeitssicherheit PLUS = Arbeitssicherheit plus Gesundheitsschutz