Heroin wird aus Opiaten hergestellt. Aber was sind Opiate oder Opioide?

Opiate werden aus der Pflanze „Papaver somniferum“ gewonnen. Die psychoaktive Substanz ist im Milchsaft dieser Mohnpflanze enthalten, welcher auch als Rohopium bezeichnet wird. Im Rohopium sind unter anderem Morphin und Codein enthalten.

Morphin und Codein werden in der Medizin als Arzneimittel angewandt. Dabei ist Morphin ein sehr starkes Schmerzmittel und Codein stillt den Hustenreiz.

Was ist der Unterschied zwischen Opiaten und Opioiden?

Die Unterscheidung zwischen Opiaten und Opioiden ergibt sich aus deren Ursprung.

Während Morphin ein Opiat ist, weil es in der Natur vorkommt, sind Opioide künstlich hergestellte Substanzen. Fetanyl oder Methadon sind vollständig synthetisch hergestellte Mittel. Die Droge Heroin ist ein halbsynthetisches Mittel, weil es künstlich aus dem natürlichen Morphin hergestellt wird. Morphin wird in der Regel eingesetzt, wenn starke Schmerzen durch Krebserkrankungen oder Unfälle vorhanden sind und normale Schmerzmittel nicht mehr ausreichen. Gerade bei Krebspatienten im Endstadium ist Morphin eine häufig verabreichte „Erleichterung“. Will ein junger Mensch wirklich abhängig von Suchtmitteln sein, die in ihrer Wirkung den Medikamenten entsprechen, die bei sterbenden Personen eingesetzt werden?

Medizinischer Einsatz von Opiaten oder Opioiden

Codein

Codein kommt ebenfalls im Opium vor und existiert in natürlicher Form neben dem Morphin im Schlafmohn. Codein wirkt gut gegen Reizhusten. Prinzipiell handelt es sich um ein verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel. Allerdings ist die hustenstillende Wirkung nicht zu verachten. Deswegen dürfen Medikamente verschrieben werden, die einen kleinen Anteil Codein enthalten.

Morphin

Morphin ist eines der am stärksten wirkenden Schmerzmittel. Deswegen ist die Verschreibung nur über ein Betäubungsmittelrezept möglich. Der Grund dafür ist natürlich auch das hohe Abhängigkeitspotenzial. Da die schmerzlindernde Wirkung enorm ist, aber der Suchtfaktor ebenfalls, wurde ein neues Medikament gesucht, welches gleichzeitig zum Hustenstillen verwendet werden kann. Dieses Mittel nannte man Diamorphin.

Vom Morphin zum Heroin

Mit der neuen Substanz Diamorphin war die Hoffnung verbunden, eine ähnliche Wirkung wie mit Morphin zu erzielen und neben den hohen schmerzstillenden Effekten auch den Husten zu unterbinden. Gleichzeitig wurde das Mittel verschrieben, um Asthma und Depressionen zu behandeln.

Das Heroin, wie Diamorphin bezeichnet wird, sollte kein Abhängigkeitspotenzial haben. Dies war allerdings ein großer Irrtum, denn das Heroin besitzt mit das höchste Abhängigkeitsrisiko, welches in der Drogenszene existiert. Aus diesem Grunde darf Heroin auch nicht mehr in der Medizin verwendet werden und ist in Deutschland seit 1971 verboten.

Welche Wirkungen hat Heroin auf den Körper?

Durch Heroin wird das Schmerzempfinden zuverlässig abgeschaltet. Unabhängig davon wirkt es entspannend und schaltet unangenehme Gefühle und Gedanken aus. Ängste verschwinden, Probleme und Konflikte sind temporär nicht existent. Der Konsument fühlt sich glücklich und zufrieden. Kein Wunder, denn unsere Glücksbotenstoffe (Endorphine) docken an die gleichen Rezeptoren im Gehirn an.

 

Heroin
Heroin und die katastrophalen Folgen

Jede Medaille hat eine zweite Seite – Nebenwirkungen von Heroin

Heroin unterdrückt den Hustenreiz. Dies wäre prinzipiell gewünscht, besonders nachts. Allerdings unterdrückt es auch andere Funktionen, wenn die Menge zu groß wird. Die Atmung! Wenn man den Aspekt der Abhängigkeit betrachtet, so taucht immer wieder das Wort „Toleranzentwicklung“ auf. Um die gleiche Rauschwirkung zu erzielen, wachsen mit der Zeit auch die dafür erforderlichen Mengen. Eine Frage der Zeit, bis die tödliche Dosis erreicht wird.

Damit nicht genug: Das Heroin auf dem Schwarzmarkt weist nicht immer die gleiche Reinheit auf. Ein großes Problem bei allen Drogen sind die Verunreinigungen. Die zugemischten Stoffe sind selten gesund. Damit verbunden ist der Anteil der reinen Heroin in der Substanz oft nicht abschätzbar. Da stellt sich die Frage: Welche Dosis ist in der Spritze enthalten? Die Gefahr der Überdosierung ist damit leicht gegeben, denn zwischen Verträglichkeit und Überdosis liegen nur wenige Milligramm.

Pech auch für diejenigen, die plötzlich einen Stoff mit hohem Reinheitsgrad erwischen. Zack – zu viel.

Atemprobleme, Kreislaufversagen und Bewusstlosigkeit. Hinzu kommt das hohe Infektionsrisiko durch die Kanülen.

Insgesamt ein Leben auf der Kippe!

Ohne Organschäden trotzdem in den Tod

Sofern der regelmäßige Konsum in der zugeführten Menge begrenzt bleibt (andernfalls tritt der Atemstillstand ein), sind keine Organschäden zu erwarten. Jedenfalls nicht direkt durch das Heroin. Wo liegt denn dann das Problem?

Die Beimischungen des illegal bezogenen Stoffs wurden bereits genannt. Hinzu kommt die „Natur der Sucht“: Bei Abhängigen dreht sich das ganze Leben um den Stoff und dessen Beschaffung. Andere Dinge treten in den Hintergrund. Betroffene lassen sich gehen und verwahrlosen. Hygiene ist nicht mehr so wichtig, Die Wohnung zu putzen ebenso wenig. Heroin wird täglich benötigt, die Beschaffung kostet Geld. Wer keines hat, sucht andere Wege und schreckt auch vor kriminellen Handlungen nicht zurück. Prostitution ist für manche Menschen eine verzweifelte Handlung um Geld zu beschaffen. Auch dabei kann ein Infektionsrisiko bestehen, denn ob Schutzmaßnahmen in dem Moment so wichtig erscheinen, bleibt fraglich.

Das soziale Leben der Heroinsüchtigen

Auch das soziale Ansehen leidet dramatisch. Leider ist es nicht allen Menschen des Umfeldes möglich, das Leid hinter dem „moralisch anstößigem“ Verhalten der Betroffenen zu sehen. Nur die, die selbst im Strudel gefangen sind, machen keine Vorwürfe und zeigen nicht mit dem Finger. Nur sind das auch die Menschen, die den Strudel zum Drehen und Ziehen bringen. Freunde und Verwandte, die ein geregeltes Leben führen und sich außerhalb jeglicher Sucht bewegen, werden nicht viel Kontakt zum Betroffenen halten können. Verzweiflung, Wut und Ängste sind zu stark, so richtig helfen lässt sich sowieso nur, wenn der Erkrankte selbst eine Bereitschaft dazu zeigt, den Weg zu gehen. Bekannte die bleiben, leben meist selbst im Chaos und tun evtl. noch viel mehr illegale bzw. kriminelle Dinge. Ein unkontrollierter Entzug in Eigenregie kann tödlich enden. Denn wenn das Verlangen dermaßen stark wird und auf Grund dessen die Heroindosis zu schnell hochgesetzt wird, besteht ebenfalls die Gefahr der Überdosierung. Ein Entzug ist in einer Klinik unter kontrollierten Bedingungen und der Gabe von Ersatzstoffen (z.B. Methadon) möglich. Allerdings auch keine angenehme Sache. Aber schon sind wir wiedereim Thema: Sucht.

Auf dem Weg zum Heroin – Schlafmohn, Opium, Morphin
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