Es gibt viele Ursachen dafür, dass Menschen substanzabhängig werden. Von familiären Problemen bis hin zu Unfällen. Wieso starke Schmerzmittel nur mit Betäubungsmittelrezept verschrieben werden dürfen zeigt das folgende Beispiel:

Ein unbeschwertes Leben – fester Job – neues Auto. Alles läuft gerade! Dann kommt ein Unfall, der das restliche Leben prägt. Starke Schmerzen sind oft nicht zum Aushalten. Die Ärzte helfen mit Schmerzmitteln. Dieses gibt es in verschiedenen Stärken. Morphium ist das Mittel der Wahl, wenn alles andere nicht anschlägt. Patienten mit Krebs im Endstadium bekommen es. Morphium hat allerdings einen entscheidenden Nachteil: Es macht abhängig.

Heroin – Stärker als Morphium

Abhängig machende Substanzen werden in immer höheren Dosen benötigt, damit sie die gewünschte Wirkung erzielen. Das ist das Dilemma. Heroin hat diese höhere Wirkung. Nur eben auch ein noch höheres Abhängigkeitspotential.

Der im Februar 2018 verstorbene Schauspieler Rolf Zacher hatte genau so etwas erlebt. Durch einen Autounfall bekam er Morphium verschrieben, da seine Rückenschmerzen nicht anders auszuhalten waren. Das verschriebene Morphium wirkte nicht mehr ausreichend. Heroin war dann für Ihn der Ausweg. Die Schmerzen betreffend sicher, allerdings ging nun der Teufelskreis der Abhängigkeit los. Es kam zu unerlaubten Besitz und zahlreichen Gefängnisstrafen.

Schmerzmittel sind nur eine Waffe gegen Symptome, nicht gegen die Ursache

Einfach gesprochen gibt es zwei Möglichkeiten, wie Schmerzmittel süchtig machen: einmal als Rauschmittel, über das Betäubungsmittelrezept und einmal zum betäuben eines seelischen Schmerzes. Wird die Ursache nicht behoben, dreht sich der Kreis weiter.

Schmerzmittel
Schmerzmittel müssen bei langer Einnahme immer stärker dosiert werden

Die notwendige Entscheidung hilft aus der Sucht

Der Druck steigt, die Einsicht folgt. So geht es nicht weiter. Eine Therapie hilft die Sucht zu bekämpfen. Dazu muss allerdings der Leidensdruck hoch genug sein. Eine Behandlung kann nur dann erfolgreich sein, wenn der Wille von einem selbst kommt. Nur die eigene Überzeugung bringt Abhilfe. Denn erst mit eigenen Beweggründen kann der schwere Weg zum Ziel führen.

Was haben Schmerzmittel mit dem Arbeitsplatz zu tun?

Auch wenn die meisten Suchterkrankungen auf Alkohol zurückgehen (ungefähr dreimal mehr Menschen sind süchtig nach Alkohol als nach Medikamenten), ist es die Aufgabe im Betrieb dafür zu Sorgen, dass kein Unfall die Grundlage einer Schmerzbehandlung legt.

Auch die seelische Verfassung der Beschäftigten darf sich durch die Arbeit nicht verschlechtern. Aus diesem Grund ist die Beurteilung der psychischen Belastungen vorgeschrieben. Sollten Beschäftigte merklich Schwierigkeiten im „Seelenleben“ haben, kann es als Arbeitgeber sinnvoll sein, auch dabei stützend zur Seite zu stehen. Wenn auch „nur“ mit der Schaffung von zentralen Beratungsstellen im Betrieb, so dass sich betroffene Mitarbeiter Hilfe holen können, ohne dass der Arbeitgeber mitbekommt, wer sich auf Grund von welchem Problem Hilfe sucht. Es gibt eine Menge Möglichkeiten, was das Unternehmen für eine gesunde Belegschaft tun kann.

Der Schutz der Mitarbeiter und deren Gesundheit ist natürlich das oberste Ziel in der Arbeitssicherheit. Es darf gar nicht erst zu einem Unfall kommen. Denn wie man leicht sieht, können die Folgen nicht nur dramatisch, sondern auch unvorhersehbar sein.

Abhängigkeit durch Schmerzmittel – ein Thema im BGM?
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