Um über Sucht am Arbeitsplatz zu sprechen, stellt sich zuerst die Frage, um was es eigentlich geht.

Was ist Sucht?

Der Begriff umfasst verschiedene Facetten der Sucht, z.B. Alkoholsucht, Drogensucht und die Abhängigkeit von Medikamenten. Dabei handelt es sich jeweils um Stoffabhängigkeiten. Aber es gibt auch seelischer Abhängigkeiten. Zu nennen sind dabei die Spielsucht, die Essstörungen (Ess- und Brechsucht, Fresssucht) und es wird auch von süchtigem Verhalten bzgl. Handy und Internet gesprochen. Das unter dem Namen FOMO bekannte Phänomen, stellt einen nicht gerade kleinen Anteil des Problems dar.

Süchte als Übersicht

Alkohol und Drogenkonsum sind die ersten Gedanken zum Thema Sucht. Aber es gibt weitere Ausprägungen. Hinzukommen:

  • Tabak
  • Medikamente
  • Glücksspiel
  • Magersucht (Anorexia Nervosa)
  • Bulimia Nervosa (Ess-Brech-Sucht)
  • Fettsucht (Adipositas)

Die Schwierigkeiten durch Sucht

Die Probleme, die durch eine Sucht entstehen, liegen oft in erhöhten Unfallgefährdungen oder auch in der sozialen Isolation. Die Abhängigen bewegen sich zunehmend im sozialen Umfeld, in dem die Art der Probleme öfter vorkommt. Dadurch fällt es schwer aus dem Hamsterrad auszubrechen und in ein normales Leben zurückzufinden. In der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) geht man davon aus, dass 10% – 30% der Arbeits- und Wegeunfälle durch Alkoholeinwirkung verursacht werden.

Sucht am Arbeitsplatz
Sucht gibt es in verschiedenen Formen

Suchtprävention am Arbeitsplatz und Unterstützung

Im Sinne eines betrieblichen Gesundheitsmanagements ist die Suchtprophylaxe bzw. gezielte Unterstützung bzgl. der Therapie wichtig. Klare Absprachen machen es dem Arbeitgeber leichter in den Arbeitnehmer zu vertrauen. Wenn gegenseitige Vereinbarungen eingehalten werden, dann sieht der Arbeitgeber den Willen und gleichzeitig stärkt der Betroffene mit zunehmenden Therapieerfolg seinen Stand im Unternehmen. Abrutschen kann im Prinzip jeder, aber wieder aufstehen zeigt Stärke, Willen und schafft Vertrauen.

Zahlen und Fakten

Im Normalfall, also bei einer gesunden Leber, wird eine Blutalkoholkonzentration von 1,3 Promille frühestens nach 8 Stunden vollständig abgebaut sein. Das Problem ist, dass sich die Betroffenen schon vor Ablauf der 8 Stunden fitter fühlen, und dadurch der Alkoholspiegel falsch wahrgenommen wird. Weitere Zahlen:

  • 2012 starben weltweit 3,3 Mio. Menschen unter dem Einfluss von Alkohol
  • 2015 starben 74.000 Menschen in Deutschland im Zusammenhang mit Alkohol
  • 1,6 Mio. Deutsche sind alkoholabhängig
  • 2013 konsumierte jeder Deutsche 9,7 Liter reinen Alkohol

 

Sucht – Was ist das eigentlich und welche Probleme gibt es?
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